Die Neue LandLust: Alte Obstwiesen – Neue Chancen

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Die Neue LandLust: Alte Obstwiesen – Neue Chancen

Das Engagement der Umweltakademie Baden-Württemberg trägt Früchte

Wer kennt sie nicht, die typischen Obstwiesen Baden-Württembergs mit ihrer schier unüberschaubaren Anzahl an Äpfel-, Birnen-, Kirschen-, Zwetschgen- und Walnussbäumen? Sie sind es, die das Land der Dichter und Denker im Frühjahr und Herbst wahlweise in ein märchenhaftes Blütenmeer oder ein üppiges Obstparadies verwandeln.

Obstwiesenlandschaften
Als Natur- und Erlebnislandschaft haben Besucher, Touristen und Naherholungssuchende die Obstwiesen schon lange entdeckt; sie gelten weit über die Landesgrenzen hinaus als Geheimtipp, wenn es darum geht Natur, Kultur, Genuss und Bewegung im Freien miteinander zu verknüpfen.
Doch die traumhaften, in Baden-Württemberg landschaftsprägenden Obstwiesengürtel sind kein Geschenk zum Nulltarif und ihre Erhaltung und fachgerechte Pflege gerät mehr und mehr in eine Schieflage. Das hierfür notwendige spezielle Wissen geht, wenn die heute über 75 Jährigen, keine aktive Obstwiesenpflege mehr betreiben können, verloren. Daher brauchen wir für das Thema „Obstwiesen“ mehr denn je einen Imagewandel: Obstwiesenpflege als „Kult“ und „Fitness“ statt über „zu viel Arbeit“ und „bringt ja doch nichts“ zu lamentieren. Nur so können die seit Generationen weiter vererbten „Stückle“ positiv aufgewertet und die kostbaren Landschaftsräume vor Verfall und Vernachlässigung bewahrt werden.

Neue Wege für ein altes Thema gehen
Die Umweltakademie Baden-Württemberg setzt sich seit vielen Jahren für den Schutz der heimischen Obstwiesen und insbesondere die Fortbildung der Obstwiesenbesitzer ein. Mit vielfältigen Aktionen und anspruchsvollen Kongressen, durch außergewöhnliche Ausstellungen und starke Allianzen ist es gelungen unterschiedlichste Partner anzusprechen und so gemeinsam mit dem Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft (LOGL) ein nachhaltiges Interesse am Thema „Obstwiesenlandschaft“ zu wecken.

Mittlerweile konnten Kooperationen und entstandene Netzwerke dazu beitragen, Obstwiesen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und die zahlreichen Funktionen und Facetten dieser einmaligen Naturoasen aufzuzeigen. Hilfreich ist hierbei die große Begeisterung der Menschen, wenn die Obstbäume blühen und die große Sehnsucht nach ursprünglicher Natur. Trotzdem genügt es nicht, dass Obstwiesen unter Verweis auf das Vorkommen von seltenen Tier- und Pflanzenarten einfach unter Schutz gestellt werden. Es reicht leider auch nicht aus, dass durch Aufpreis-Initiativen die Vermarktung der Früchte und vor allem der Folgeprodukte wie Apfelsaft unterstützt werden. Neben all den begrüßenswerten Initiativen gilt es schlichtweg die Erbengeneration der Obstwiesen zu gewinnen. Dafür gibt es viele Argumente, denn eine Obstwiese das ist:
  • Landlust pur
  • Der Fitnessclub im Freien
  • Wissenschaft und Umweltbildung live
  • Naturspielplatz für Hobbygärtner von morgen
  • Der eigene Bioladen
  • Internationaler Start- und Landeplatz für Zugvögel
  • Der schönste Picknickplatz
  • Arche Noah der Kulturlandschaft
  • Basis für feinste Edelbrände


Obstwiesen sind so viel mehr…..
Traditionelle Obstwiesen stellen nicht nur die Versorgung mit heimischen, bewährten und frischen Obstsorten sicher, sondern bieten daneben eine Fülle weiterer, bislang nur wenig beachteter Vorteile. Sie sind daher als echte Sympathieträger unter den Kulturlandschaften zu betrachten und als Naturoasen & Obstparadiese ein Gewinn für jeden Obstwiesenbesitzer.

Nicht nur der Mensch, auch Tiere, Pflanzen sowie die Umwelt und das regionale Klima profitieren von intakten Obstwiesen. Diese sind wahre Frischluftschneisen und verhindern die Bodenerosion, zusätzlich wirkt sich die intensive Bewurzelung positiv auf das Grundwasserspeichervermögen aus.

Umweltakademie setzt Akzente
Im Rahmen ihrer Bildungsarbeit zur Umweltvorsorge und Naturbewahrung hat die Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg eine eigens den Obstwiesen & Obstgärten gewidmete Ausstellung konzipiert, um auf die unbekannten aber nicht minder bedeutsamen Aspekte der Obstwiese hinzuweisen. Die unter dem Titel “Obstgarten – Natur und Kultur geben sich die Hand“ von der Umweltakademie initiierte Ausstellung schärft das Bewusstsein dafür, was traditionelle Obstwiesen für uns sind. Die Ausstellung kann über bewährte Partner entliehen werden. Mehr siehe Infokasten.
Neben Fachveranstaltungen, Infomaterialien, Kinderbüchern und DVDs zum Thema arbeitet die Umweltakademie intensiv mit dem Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg (LOGL) an neuen Initiativen, um für mehr mentale Wertschätzung der Obstwiesen und zum Erhalt der einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft zu werben.

Wie geht es in Sachen Obstwiesen weiter….
Schon bald nach der Obsternte am 31.Oktober 2015 veranstaltet die Umweltakademie in Schwäbisch Gmünd den 2. Deutschen und 7. Süddeutschen Obstwiesenkongress um Aktuelles, Neues und Bewährtes aus der Praxis vorzustellen. Der in Kooperation mit dem bundesweiten Arbeitskreis der staatlich getragenen Umweltbildungsstätten im Natur und Umweltschutz (BANU), dem Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg e.V. (LOGL) sowie dem Bezirksverband für Obst- und Gartenbau Schwäbisch Gmünd geplante Kongress richtet sich dabei an alle diejenigen, die sich für den Erhalt der heimischen Natur- und Kulturlandschaft privat oder im Verein einsetzten. Ergänzt wird der Kongress am Nachmittag durch eine Exkursion und Besichtigung des neuen Streuobstzentrums Schwäbisch Gmünd. Interessierte wenden sich an Brigitte Schindzielorz bei der Umweltakademie Baden-Württemberg und können sich noch bis zum 29.10.2015, unter Tel. 0711 126 2810 oder per Mail über Brigitte.Schindzielorz@um.bwl.de zum Kongress anmelden.


 
Sitz der Umweltakademie im ehemaligen Dienstsitz des ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss in seiner Zeit als Kultminister von Württemberg-Baden
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