Insektenhotel nützt nichts, weil es immer weniger Blumen gibt - Zu frühes Mähen schadet der Natur

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Insektenhotel nützt nichts, weil es immer weniger Blumen gibt - Zu frühes Mähen schadet der Natur

Insektenhotels ohne Blumenwiesen sind wie Küchen ohne Kühlschrank

Baden-Württemberg21.04.2016Wissenserosion in Sachen Natur treibt immer groteskere Blüten

Kaum hat die Frühlingssonne der vergangenen Tage die Menschen verwöhnt, beginnen diese schon wieder, die heiß ersehnte Natur mit ihrer ganzen Vielfalt zu zerstören. In vielen Gärten wurde dem sprießenden Frühlingsgrün nach Feststellen der Umweltakademie Baden-Württemberg mit den Rasenmähern zuleibe gerückt. „Doch frühes Mähen schadet der Natur, weil es somit immer weniger Blüten und damit Nahrungspflanzen für Wildbienen und Schmetterlinge gibt“, so Claus-Peter Hutter, Leiter der Umweltakademie Baden-Württemberg.
Es sei schon grotesk, dass viele Bürger, denen eigentlich eine tiefe Sehnsucht nach Natur innewohnt, auf der einen Seite Insektenhotels für Wildbienen und Schmetterlinge aufhängen, andererseits deren Nahrungsgrundlage konsequent bekämpfen. Statt deutschem Einheitsrasen würden auch kleinste Wiesenstücke mit einer Blumenvielfalt zusammengenommen wichtige Überlebensinseln in Dörfern und Städten darstellen. Doch wenn das Grün abgemäht wird, bevor die Blumen zum blühen kommen, finden weder die Raupen der Schmetterlinge geeignete Futterpflanzen noch später die Falter eine Nektarpflanzen. „Ganz zu schweigen von den rund 500 Wildbienenarten in Deutschland, die immer seltener werden und damit der wichtigen Rolle als Bestäuber für Fruchtbäume und Beerensträucher sowie anderen Pflanzen nicht mehr nachkommen können“, erläutert C.-P. Hutter. Eine Ursache sieht man bei der Umweltakademie Baden-Württemberg in der immer mehr zunehmenden Wissenserosion in Sachen Natur, Landschaft und Landwirtschaft. „Kinder kennen heute mehr Handy-Apps als Wiesenblumen, mehr Computer-Spiele als Vogelstimmen“, sagte Hutter und wies auf die Anstrengungen der Umweltakademien in Deutschland hin, dieser Wissenserion durch breite Natur- und Umweltbildung zu begegnen.

Quelle: Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg

 
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