Buntes Treiben in den Weinbergen

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Buntes Treiben in den Weinbergen

Weinbaugebiete werden zu Naturerlebnislandschaften

Baden-Württemberg22.04.2016„In den Weinbaugebieten Baden-Württembergs kommt auf vielfache Weise Natur und Kultur zusammen. Doch vielerorts sind viele früher weitverbreitete typische Pflanzen- und Tierarten aus den Rebgebieten verschwunden. Dies soll sich mit der landesweiten Aktion „Lebendiger Weinberg“ ändern. Ein wichtiger ökologischer Baustein hierzu ist die Pflanzaktion der Ortenauer Weinkellerei, so Claus-Peter Hutter, Leiter der Umweltakademie Baden-Württemberg und Initiator der Aktion „Lebendiger Weinberg“, anlässlich einer großangelegten Pflanzaktion in den Weinbergen bei Bahlingen. „Nun kann man das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen, aber verantwortungsvoll nach vorne bewegen“, so Hutter weiter. Viele kleine Aktionen in den Weinbaugebieten Baden-Württembergs ergäben ein großartiges Ganzes. Die Aktion der Ortenauer Weinkellerei – die jetzt schon zum dritten Mal stattfindet sei hierfür ein konkreter Beitrag zur Verknüpfung von Natur und Kultur.
Ziel der Aktion „Lebendiger Weinberg“ ist es, wieder mehr biologische Vielfalt in den Weinbergen zu ermöglichen und damit neue Lebensräume für selten gewordene Tiere und Pflanzen zu schaffen. „Wir setzen damit auch im Weinbau Zeichen für einen aktiven Umwelt- und Nachhaltigkeitsdialog“, betonte Duschan Gert, Leiter der Ortenauer Weinkellerei, der zur Pflanzaktion mit Peter Wohlfarth auch den Geschäftsführer des Badischen Weinbauverbandes begrüßen konnte. Mit welcher Begeisterung die Wengerter die von der Umweltakademie Baden-Württemberg koordinierte Aktion mittragen, konnten die mit Vertreter des Weinbaus sowie der Kommunen bei der Pflanzaktion am Kaiserstuhl erleben.
Initiiert wurde die Aktion „Lebendiger Weinberg“ von der Umweltakademie Baden-Württemberg gemeinsam mit dem Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg, der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg, den Verbänden der Prädikatsweingüter Württemberg und Baden (VDP), dem Badischen und dem Württembergischen Weinbauverband. Wie Duschan Gert bei der Pflanzaktion hervorhob, gebe es viele Möglichkeiten in den Weinbaugebieten, neue ökologische Nischen für Lebensraumspezialisten wie Schwalbenschwanz-Falter, Zaun- und Mauereidechse sowie die typische Weinbergbegleitflora zu schaffen. Dazu gehören auch viele, fast schon vergessene und deshalb vom Aussterben bedrohte frühere Nutzpflanzen, welche einst für Weinberge typisch waren, wie etwa Weinraute, Kermesbeere, Färberkamille und Gewürzsalbei. Die Ortenauer Weinkellerei hat sich nach Mitteilung vom Ortenauer Weinkellerei-Chef Duschan Gert konsequent zum Ziel gesetzt, in allen Mitgliedsgebieten Zeichen für blumenbunte Weinbaukultur zu setzen. Dazu gehört auch so manche Zierpflanze die im Laufe der Jahrhunderte Eingang in die Weingärten gefunden hat, sagte Akademieleiter Claus-Peter Hutter. Hierzu gehören neben Traubenhyazinthe die Deutsche Schwertlilie, die Holunderschwertlilie und in manchen Gebieten der Goldlack. Aber auch verschiedene Wildpflanzen, die früher zu den Weinbergen gehörten, benötigen Wärme liebenden Lebensräume. Dazu gehören Fetthenne und Mauerpfeffer, Frauenlein, Wilder Majoran und Weinbergnelke. Wichtig ist es, so die Veranstalter, dass aus den Weinbergen keine Ersatzgartenschau gemacht werde, sondern dass man auf einheimische und standortgerechte Arten achte.
„Jetzt kommt es darauf an, dass in den Weinbergen kein deutscher Einheitsrasen, sondern vielfältige Grünlebensräume entstehen, welche letztlich zur Stabilisierung des Naturhaushalts beitragen und ein Beitrag zu mehr Artenvielfalt sind“, so Akademieleiter Claus-Peter Hutter. „Wenn man bedenkt, dass es in Baden-Württemberg 27.000 Hektar Rebfläche gibt, dann sind dies ganz erhebliche Potentiale, um unser Genießer- und Naturerlebnisland noch mehr als bislang aufzuwerten, so der Akademieleiter, der alle Weingärtner dazu aufrief, sich nach Kräften an der Aktion zu beteiligen. „Hier am Kaiserstuhl wird mit gutem Beispiel vorangegangen!“
Begleitend zur Aktion wurde bei der Umweltakademie eine Homepage „Lebendiger Weinberg“ geschaffen (www.lebendiger-weinberg.de) sowie eine Broschüre „Lebendiger Weinberg“ mit praktischen Tipps und Hinweisen. Außerdem wurde eine Wanderausstellung konzipiert, die von Winzerbetrieben ausgeliehen werden kann.

Quelle: Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg

 
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Claus-Peter Hutter, Umweltakademie
Tel.: 0711/126-2806, Fax: 0711/126-2893
E-Mail: claus-peter.hutter@um.bwl.de


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