Von Praktikern für zukünftige Praktiker

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Von Praktikern für zukünftige Praktiker

Damit die Arbeit für Menschen und Natur viele Früchte trägt

Baden-Württemberg11.05.2016Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg (LOGL) in Zusammenarbeit mit der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg im Land seiner Bestimmung übergeben.

Regierungspräsident Johannes Schmalzl, der zur Eröffnung extra aus Stuttgart angereist war, betonte: “Nur mit dem vielschichtigen Wissen und der mühsamen Arbeit und Pflege der Vereine und zahlreichen „Stücklesbesitzer“ im Land, bleibt uns diese traditionsreiche und einmalige Natur- und Kulturlandschaft auch erhalten. Die Einrichtung von landesweiten CompentenzCentren für Obst & Garten ist deshalb ein wichtiger Schritt um das breite Wissen rund um die Themen Obstbau, Garten und Landschaft zu bewahren, zu festigen und – gepaart mit der richtigen Motivation – an die jüngere Generation weiterzugeben.“ Auch für die Gartenschau in Eppingen im Jahr 2021 sei das neue CompetenzCentrum als Publikumsmagnet schon im Vorfeld ein absoluter Glücksfall, so Schmalzl, um die Obstwiesen und Gärten als bedeutende Bestandteile der typischen Kultur- und Naturlandschaft im Ländle einem breiten Publikum zu präsentieren und Besuchern aller Altersstufen ins Bewusstsein zu rufen.

Erhard Hahn, Präsident des LOGL Baden-Württembergs und Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Eppingen, erläuterte die Einrichtung des Eppinger CompetenzCentrums als ersten Baustein für ein landesweites Kompetenznetzwerk. „Mit dem Aufbau eines landesweiten CompetenzNetzwerks wollen wir, neben einem zielgerichteten Wissenstransfer, landesweit das Bewusstsein und die Wertschätzung für die geleistete Arbeit auf den Obstwiesen steigern. Die Centren sollen zukünftig als strategische Punkte effektive und kompetente Unterstützung bei der Bewältigung der vielen Aufgaben leisten. Themen wie Generationen- und Imagewandel, Vermarktungsstrategien und gezielte Öffentlichkeitsarbeit, gehören neben dem selbstverständlichen Natur- und Fachwissen für uns an dieser Stelle genauso dazu, wie das handfeste Wissen um fachgerechte Pflege und das Anpacken draußen an der frischen Luft, ohne das keine Obstwiese erhalten werden kann“ , so Hahn.

Vor allem auch frischgebackene Obstwiesenbesitzer und solche die es werden wollen, sollen gezielt angesprochen werden. „Vielerorts werden Obstwiesen vor allem von der älteren Generation gepflegt, deshalb ist es umso wichtiger, auch die junge Generation mit ins Boot zu holen“, betonte Eva Grubmiller von der Akademie für Natur und Umweltschutz Baden-Württemberg. Eine Anlaufstelle, die handfeste Praxistipps rund um Pflege und Erhalt der Wiesen liefern kann, wenn Oma und Opa es nicht mehr können, sei essentiell, so Grubmiller. Die praktische Arbeit die auf den zahlreichen „Stückle“ im Kleinen viel tausendfach ohne großes Aufheben geleistet wird, sei ein wertvoller Beitrag gegen die Wissenserosion in Sachen Natur und damit eine große Leistung für die Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung. Damit das so bleibt, müsse in der Gesellschaft auch die gebührende Anerkennung und Wertschätzung der Obstwiesenpflege entgegengebracht werden. CompetenzCentren und Coaches sollen diese Werte und positiven Auswirkungen zukünftig stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken und so zu einer gesunden Fortentwicklung des Obst- und Gartenbaus, als wichtiges Natur- und Kulturerbe im Land, beitragen.

Sieben solcher Centren sollen zukünftig in Mühlacker, Emmendingen, Neuhausen ob Eck, Biberach, Schwäbisch Gmünd und Kiebingen die Stützpunkte des landesweiten Kompetenznetzwerks bilden, die dann als Ansprechpartner in Sachen Obstbau, Garten und Landschaft zur Verfügung stehen. Zusätzlich sollen dort auch Qualifizierungslehrgänge zum „Obst & Garten Coach“ stattfinden, die vom LOGL in Zusammenarbeit mit der Umweltakademie ausgebildet werden. Ein erstes Pilotprojekt hierzu startet im Herbst 2016. Rolf Heinzelmann, geschäftsführender Direktor des LOGL, sagte hierzu: „ Mit den Coaches wollen wir Multiplikatoren ausbilden, die bestehende Strukturen, wie z.B. lokale Obst- und Gartenbauvereine, unterstützen um sie für die Zukunft zu rüsten.“ Durch die Schulungen sollen Fach- und Praxiswissen der Coaches durch Belange der Öffentlichkeitsarbeit, Jugendarbeit, Kommunikation, Führungsdidaktik und nachhaltiger Entwicklung ergänzt werden. „ So, dass die ganze Arbeit rund um Obstwiesen-, Garten- und Landschaftspflege uch in der Zukunft gesunde Früchte trägt! “, unterstreicht Heinzelmann.


Multifunktionale Obstwiesen
Die für Baden-Württemberg charakteristischen Obstwiesen sind weitaus mehr, als nur eine idyllisches Landschaftselement. Sie stellen wertvolle Lebensräume mit vielen Funktionen für Mensch und Natur dar:

  • Fitnessclub im Freien
    Bewegung zwischen alten und jungen Bäumen fördert die Gesundheit und liefert einen schönen Ausgleich zum Berufsalltag. Entgegen dem Zeitvertreib im teuren Fitnessstudio, lohnt sich ein gratis Workout an der frischen Luft in vielerlei Hinsicht.
  • Klima-, Boden- und Wasserschutzzentrum
    Bäume und Sträucher und vor allem auch Wiese speichern eine Menge CO2, produzieren frische Luft und sind zugleich grüne Lunge der Landschaft und bedeutende Klimaregulatoren. Auch Boden- und Grundwasser werden vor Erosion und Schadstoffeintrag geschützt.
  • Internationaler Start und Landeplatz und wichtiges Biotop
    Obstwiesen sind ein Teil eines faszinierenden internationalen Netzwerks großartiger Natur. Über Zugvögel sind sie mit den Landschaften in Nord- und Osteuropa, Südeuropa und Afrika verbunden. Sie bieten darüber hinaus über 5.000 Tier- und Pflanzenarten eine Heimat. Dazu gehören etwa seltene Vögel wie Rotkopfwürger, zunehmend wieder auch Steinkauz, Wiedehopf, Wendehals oder Grün- und Grauspecht, Fledermäuse, Siebenschläfer sowie viele Insekten.
  • Der eigene Boden
    Ob frische Früchte, Konfitüren, Säfte, Most, Destillate und vieles mehr – von der Obstwiese nur in Bioqualität.
  • Generationendialog
    Ernten, was Eltern, Großeltern und man selbst gepflanzt hat. Pflanzen, was später Kinder, Enkel und vielleicht auch Urenkel ernten werden.



Quelle: Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg

 
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Rückfragen
Brigitte Schindzielorz
Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg
Telefon: (0711) 126/2810
E-mail: Brigitte.Schindzielorz@um.bwl.de

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