Leitbild Umweltbildung

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Leitbild Umweltbildung

Umweltvorsorge zwischen Ökologie und Ökonomie

Der gebildete Mensch macht sich die Natur zu seinem Freund

(Friedrich Schiller)

Wer Verantwortung für Gesellschaft und Lebensgrundlagen trägt, muss die Fähigkeiten, aber auch die Leistungsgrenzen der Ökosysteme kennen. Doch wer weiß über die komplexen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur Bescheid? Nach Untersuchungen der Weltbank machen Wissen, Bildung, Aus- und Fortbildung – also die so genannten Humanressourcen – heute bereits 60 % des Reichtums der Nationen aus. Und dieser Trend wird sich noch weiter verstärken. Wir sind also auf dem Weg in eine Welt, in der das Wissen selbst und die Vermittlung von Wissen eine große volkswirtschaftliche und gesellschaftspolitische Bedeutung haben. Bildung ist individuell angeeignetes, verkörpertes kulturelles Gedächtnis. Sie dehnt unseren Erfahrungsraum weit über die biografische Lebensspanne aus. Durch Bildung werden wir zu Teilhabern anderer historischer Epochen und Kulturen. Zu diesem kulturellen Selbstverständnis des Menschen gehören ebenso das Wissen um die den Menschen umgebende und ihn beeinflussende Natur wie das Wissen um die kulturellen Entwicklungen und Zeugnisse aus Literatur, Musik, Kunst und Technik. In diesem Spannungsfeld vermittelt Umweltbildung den Menschen – ob jung oder alt – den richtigen, nämlich nachhaltigen Umgang mit Natur und Umwelt. Damit ist die von der Akademie vermittelte Umweltbildung auch eine Art Lebenshilfe oder Hilfe zur Lebensbewältigung. Denn Bildung zielt auf das gelingende Leben des Menschen ab, der um das Woher und Wohin seines Lebens weiß und der in der Pluralität des Lebens selbst bestimmt, sozial und geprägt von einem nachhaltigen Lebensstil zu leben versteht. In der Umweltbildungsarbeit kommt es mehr denn je darauf an, den Menschen angesichts einer zunehmenden Unübersichtlichkeit des Lebens zu Stabilität und Orientierung zu verhelfen und angesichts sich immer weiter ausdehnender Freiräume Maßstäbe eigenen Urteilens, Entscheidens und Handelns zum Wohle unserer Natur und Umwelt zu vermitteln. Umweltbildung verdeutlicht, dass wir gemeinsam auf diesem Planeten nur eine Zukunft haben, wenn wir von den Zinsen der Natur – also nachhaltig – leben, anstatt auf deren Kosten. Mit dem Beginn des dritten Jahrtausends haben wir das »biologische Zeitalter« betreten, in dem eine breite Öffentlichkeit den Wert biologischer Ressourcen wahrnimmt. Gleichzeitig nimmt die Artenvielfalt weltweit in einer noch nie da gewesenen Geschwindigkeit ab und das Wissen über die Arten und deren ökologische Zusammenhänge ebenfalls. In diesem Zusammenhang steht Umweltbildung heute vor der besonderen Herausforderung, die Menschen für die Bewahrung der Natur zu sensibilisieren, ihnen aber auch Handlungskompetenzen für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur zu vermitteln. Bei der Zusammenführung von Wissenschaft und Praxis, von Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Nachhaltigkeit geht es nicht nur darum, unterschiedliche Ansätze zu klären, sondern Gemeinsamkeiten festzustellen, Allianzen und Partnerschaften zu schaffen, um die nachhaltige Nutzung der Ressourcen zu erreichen. Die Orientierung der Umweltakademie am Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung gemäß der Agenda 21 wird sowohl lokal, regional als auch grenzüberschreitend als weltweite Gemeinschaftsaufgabe gesehen. Im Zusammenwirken aller gesellschaftlichen Bereiche bedarf es Veränderungen von Einstellungen, Denkstilen und Verhaltensweisen in der gesamten Bevölkerung. Durch multiplikatorisch angelegte Seminartätigkeit werden die Grundlagen zu nachhaltigen Wirtschaftsweisen und neuen Konsummustern entsprechend dem Landesumweltplan entwickelt.

 
Kind beim Mikroskopieren
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Der gebildete Mensch macht die Natur zu seinem Freund

Der gebildete Mensch macht die Natur zu seinem Freund

Friedrich Schiller
 
 
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